Kurz beantwortet: Platin kaufen kann sinnvoll sein, als kleine Beimischung neben Gold. Platin ist deutlich seltener als Gold und notiert seit Jahren darunter, hängt aber stark an der Industrie und schwankt entsprechend mehr. Beim Kauf fallen in Deutschland normalerweise 19 % Mehrwertsteuer an. Die vermeidest du legal, wenn das Platin in einem Zollfreilager bleibt. Gewinne sind wie bei Gold nach 12 Monaten steuerfrei.
Lohnt sich Platin als Geldanlage?
Platin ist ein Edelmetall mit zwei Gesichtern. Es ist selten, rund 30-mal seltener als Gold in der Erdkruste, und es wird jedes Jahr nur ein Bruchteil der Goldmenge gefördert. Gleichzeitig wird der Großteil der Nachfrage von der Industrie bestimmt, nicht von Anlegern. Das macht Platin chancenreich, aber auch schwankungsanfällig.
Lange war Platin teurer als Gold. Seit etwa 2015 notiert es deutlich darunter. Für Anleger, die an eine steigende industrielle Nachfrage glauben, ist das ein Argument. Für Anleger, die vor allem Stabilität suchen, bleibt Gold die bessere Basis.
Chancen
- Knappes Angebot: Der Großteil der Minenproduktion kommt aus Südafrika, ein kleinerer Teil aus Russland. Störungen dort wirken sich direkt auf das Angebot aus.
- Neue Anwendungen: Platin steckt in Brennstoffzellen und Elektrolyseuren für Wasserstoff.
- Relativ günstig zu Gold: Das Preisverhältnis liegt weit unter dem langjährigen Mittel.
Risiken
- Industrieabhängigkeit: Bei schwacher Konjunktur sinkt die Nachfrage.
- Autobranche: Katalysatoren sind der größte Abnehmer. Mehr Elektroautos bedeuten langfristig weniger Bedarf.
- Höhere Kosten: Mehrwertsteuer und eine größere Spanne zwischen An- und Verkaufspreis als bei Gold.
Woher die Nachfrage nach Platin kommt
Die wichtigsten Abnehmer sind Fahrzeugkatalysatoren, Schmuck und die Industrie, etwa Chemie, Glasherstellung und Medizintechnik. Dazu kommt die Nachfrage von Anlegern über Barren, Münzen und börsengehandelte Produkte. Der World Platinum Investment Council berichtet seit einigen Jahren von einem Angebotsdefizit, also mehr Nachfrage als neue Förderung. Ob das so bleibt, hängt vor allem an Autoindustrie und Wasserstoff-Technik.
Das Wichtigste in Kürze
- Platin ist selten, aber stark industrieabhängig und schwankt mehr als Gold.
- Sinnvoll als Beimischung, Gold bleibt die ruhigere Basis.
- Beim Kauf fallen normalerweise 19 % Mehrwertsteuer an, im Zollfreilager nicht.
- Gewinne sind nach 12 Monaten Haltedauer in der Regel steuerfrei (§ 23 EStG).
- Eine Feinunze Platin wiegt 31,1 Gramm, kleinere Barren gibt es ab 1 Gramm.
Gold oder Platin kaufen?
| Kriterium | Gold | Platin |
|---|---|---|
| Hauptnachfrage | Anleger, Notenbanken, Schmuck | Industrie, vor allem Katalysatoren |
| Schwankung | Moderat | Deutlich höher |
| Mehrwertsteuer | Keine (Anlagegold) | 19 %, im Zollfreilager keine |
| Gewinne nach 12 Monaten | Steuerfrei | Steuerfrei |
| Rolle im Depot | Basis, Krisenschutz | Beimischung mit Wachstumschance |
Für die meisten Anleger gilt: Gold als Fundament, Platin als Ergänzung. Eine Übersicht über alle vier Anlagemetalle findest du auf unserer Seite Edelmetalle im Vergleich.
Platin kaufen ohne Mehrwertsteuer
Anders als Anlagegold ist Platin in Deutschland nicht von der Mehrwertsteuer befreit. Kaufst du Barren und lässt sie dir liefern, zahlst du 19 % obendrauf. Diesen Aufschlag muss Platin erst einmal wieder verdienen, bevor du im Plus bist.
Die legale Lösung ist ein Zollfreilager. Solange dein Platin dort eingelagert bleibt, fällt keine Mehrwertsteuer an. Erst wenn du es dir nach Hause liefern lässt, wird sie fällig. Wie das genau funktioniert, erklärt der Artikel Edelmetalle im Zollfreilager.
Platinbarren oder Platinmünze?
- Barren haben pro Gramm meist das niedrigere Aufgeld, besonders ab 1 Unze (31,1 g) oder 100 g. Achte auf LBMA- bzw. LPPM-zertifizierte Hersteller wie Heraeus, Valcambi oder Umicore.
- Münzen wie Platin Maple Leaf oder Platin Philharmoniker sind international bekannt und leicht zu verkaufen, kosten aber oft etwas mehr Aufgeld.
- Kleine Stückelungen wie 1 g Platin eignen sich zum Einstieg, sind pro Gramm aber am teuersten.
Wo kann man Platin kaufen?
Platin bekommst du bei Edelmetallhändlern, bei manchen Banken und Sparkassen sowie über spezialisierte Anbieter mit Lagerung. Achte auf diese Punkte:
- Zertifizierte Barren mit Seriennummer und Prüfzertifikat.
- Transparente An- und Verkaufspreise, damit du die Spanne siehst.
- Lagerung im Zollfreilager, wenn du die Mehrwertsteuer sparen willst.
- Rückkauf jederzeit zu Marktpreisen.
Bei EU-Frei kaufst du Platin als physisches Eigentum, versichert eingelagert und mehrwertsteuerfrei im Zollfreilager, auf Wunsch auch per Sparplan ab 25 € im Monat zusammen mit Gold und Silber.
Häufige Fragen
Ist Platin kaufen sinnvoll?
Als Beimischung zu Gold kann es sinnvoll sein, weil Platin selten ist und unter seinem langjährigen Preisverhältnis zu Gold notiert. Wegen der starken Industrieabhängigkeit sollte es aber nur einen kleinen Teil deiner Edelmetalle ausmachen.
Fällt beim Platinkauf Mehrwertsteuer an?
Ja, in Deutschland normalerweise 19 %. Lagert das Platin in einem Zollfreilager, fällt keine Mehrwertsteuer an, solange es dort bleibt.
Muss ich Gewinne aus Platin versteuern?
Nur wenn du innerhalb von 12 Monaten nach dem Kauf mit Gewinn verkaufst. Danach sind Gewinne aus physischem Platin nach § 23 EStG steuerfrei, genau wie bei Gold und Silber.
Was kostet 1 Unze Platin?
Der Preis ändert sich täglich mit dem Weltmarkt. Zum Spotpreis kommen das Aufgeld des Händlers und gegebenenfalls 19 % Mehrwertsteuer. Vergleiche deshalb immer den Endpreis inklusive aller Kosten.
Gold oder Platin: was ist die bessere Wertanlage?
Gold ist stabiler, mehrwertsteuerfrei und die bessere Basis. Platin bietet mehr Chancen durch Industrie und Wasserstoff, schwankt aber stärker. Viele Anleger halten deshalb Gold als Fundament und Platin als Ergänzung.
Quellen: World Platinum Investment Council, § 23 EStG, § 25c UStG
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Hinweis: Dieser Artikel dient ausschließlich der allgemeinen Information und stellt keine Anlage-, Rechts- oder Steuerberatung dar. Edelmetallpreise können schwanken. Für steuerliche Fragen wende dich an eine Steuerberaterin oder einen Steuerberater. Stand: Oktober 2026.