Kurz beantwortet: Als Faustregel gelten 5 bis 15 Prozent des Vermögens in physischen Edelmetallen. Wer Sicherheit über Rendite stellt, geht Richtung 15 bis 20 Prozent. Entscheidend ist nicht der perfekte Prozentwert, sondern dass du überhaupt einen krisenfesten Sachwert-Anteil hast, den keine Bank und kein Crash entwerten kann.

Die Faustregel: 5 bis 15 Prozent

Es gibt keinen gesetzlichen oder allgemeingültigen Wert, aber einen breiten Konsens: Ein Edelmetall-Anteil von 5 bis 15 Prozent des Gesamtvermögens gilt als sinnvolle Absicherung. Diese Spanne ist groß genug, um in einer Krise spürbar zu stabilisieren, und klein genug, dass dir die fehlende laufende Rendite von Gold nicht wehtut.

Der Denkfehler vieler Einsteiger: Sie suchen den perfekten Prozentwert. Viel wichtiger ist, dass du überhaupt anfängst. Der Unterschied zwischen 0 Prozent und 10 Prozent Gold ist riesig, der zwischen 10 und 12 Prozent ist nebensächlich.

Wovon dein persönlicher Anteil abhängt

Ob du eher am unteren oder oberen Ende der Spanne liegst, hängt von vier Dingen ab:

  • Sicherheitsbedürfnis: Je mehr dir Krisenschutz und Unabhängigkeit von Banken wert sind, desto höher der Anteil.
  • Restliches Vermögen: Wer schon viel in Aktien oder Immobilien hat, nutzt Gold gezielt als Gegengewicht.
  • Alter und Zeithorizont: Näher an der Rente wird Werterhalt oft wichtiger als Rendite.
  • Risikoneigung: Wer Schwankungen schlecht aushält, schätzt den ruhenden Pol Gold besonders.

Richtwerte nach Typ

  • Vorsichtig / sicherheitsorientiert: 15 bis 20 Prozent
  • Ausgewogen (die meisten): 10 Prozent
  • Wachstumsorientiert: 5 bis 10 Prozent als Absicherung

Was Zentralbanken und Profis tun

Ein starkes Signal: Zentralbanken kaufen seit Jahren Rekordmengen Gold, um ihre Reserven unabhängiger und krisenfester zu machen. Auch die klassische Portfoliotheorie empfiehlt einen Sachwert-Anteil zur Streuung, weil sich Gold oft gegenläufig zu Aktien entwickelt. Wenn die Profis, die es sich leisten könnten, alles nur auf Papier zu setzen, bewusst physisches Gold halten, sagt das viel.

Gold und Silber kombinieren

Dein Sachwert-Anteil muss nicht nur Gold sein. Silber ergänzt gut: Es ist günstiger im Einstieg, hat durch Industrienachfrage (Solar, E-Mobilität) zusätzliches Wachstumspotenzial, schwankt aber stärker. Eine typische Aufteilung ist mehr Gold als Stabilitätsanker, dazu Silber als Wachstumsbeimischung. Bei EU-Frei bestimmst du die Aufteilung über Gold, Silber, Platin und Palladium selbst, ab 25 € im Monat.

Häufige Fragen

Sind 10 % Gold zu viel oder zu wenig?

10 % sind ein solider, breit empfohlener Richtwert. Wer stark auf Sicherheit setzt, geht Richtung 15 bis 20 %. Wichtiger als der exakte Prozentwert ist, dass du überhaupt einen krisenfesten Sachwert-Anteil hast.

Zählt Schmuck oder ein Gold-ETC zum Goldanteil?

Für den Vermögensschutz zählt vor allem physisches Anlagegold, das dir gehört. Schmuck hat hohe Aufschläge, ein Gold-ETC ist ein Wertpapier mit Emittentenrisiko. Details dazu im Artikel Gold-ETF oder physisches Gold.

Sollte ich alles auf einmal kaufen?

Nicht zwingend. Viele bauen ihren Zielanteil über einen Sparplan auf und glätten so den Einstiegszeitpunkt. Ein Grundstock per Einmalkauf plus laufender Sparplan ist eine bewährte Kombination.

Gilt der Richtwert auch für kleine Vermögen?

Ja. Der Prozentgedanke funktioniert unabhängig von der Höhe. Schon mit 25 € im Monat baust du über die Jahre deinen Anteil auf.

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Hinweis: Dieser Artikel dient ausschließlich der allgemeinen Information und stellt keine Anlage-, Rechts- oder Steuerberatung dar. Edelmetallpreise können schwanken. Für steuerliche Fragen wende dich an eine Steuerberaterin oder einen Steuerberater. Stand: August 2026.